Verhindern, dass Kinder im Stich gelassen werden
SOS-Kinderdorf ist davon überzeugt, dass es das Beste für ein Kind ist, in seiner eigenen biologischen Familie aufzuwachsen, vorausgesetzt, dass dadurch die psychische und physische Gesundheit des Kindes nicht gefährdet wird. Die SOS-Beratungsstellen bemühen sich daher darum, Eltern, die Probleme haben, ihr Leben zu meistern, Unterstützung anzubieten, damit die Kinder weiterhin in der schützenden Welt ihrer eigenen Familien aufwachsen können.
Ein Schwerpunkt der Tätigkeit der SOS-Beratungsstellen außerhalb Europas, die sog. SOS-Sozialzentren, ist die Berufsausbildung für Mütter, die zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen müssen. Die angebotenen Programme sind auf die Anforderungen des Marktes vor Ort zugeschnitten und reichen vom Lese- und Schreibunterricht über Schneidern und Backen bis zur Tierzucht. Ziel ist es, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und ihnen ein regelmäßiges Einkommen zu sichern, damit sie sich selbst und ihre Kinder besser versorgen können. An vielen Orten haben Frauen damit begonnen, mit Hilfe von Startkrediten ihre eigenen Kleinunternehmen zu gründen.
Tagesbetreuungseinrichtungen oder Kindergärten sorgen für die Vorschulerziehung von Kindern von AlleinerziehInnen oder aus verarmten oder zerrütteten Familien. Einige Sozialzentren umfassen ferner Übergangsheime für kleine Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können und vorübergehend ein Zuhause brauchen.
Hilfe zur Selbsthilfe für Gemeinschaften
Die SOS-Beratungsstellen sind in eine Vielzahl von Projekten eingebunden, die die wirtschaftlichen und beruflichen Aussichten sowohl des Einzelnen als auch von Bevölkerungsgruppen innerhalb örtlicher Gemeinden verbessern sollen. Gleichzeitig wird auch von den Begünstigten ein aktiver Beitrag zu den Programmen erwartet, um einer langfristigen Abhängigkeit entgegenzuwirken.
Außerdem wird Beratung in medizinischen und sozialen Belangen und in Fragen betreffend Arbeitsplatz, Hygiene, Ernährung und Kinderbetreuung zur Verfügung gestellt. Viele Zentren bieten auch Beratungsstellen und Bibliotheken sowie medizinische Versorgung in Gesundheitszentren oder Kliniken.
Unterstützung für junge Menschen
In Europa sind Ausrichtung und Schwerpunkt der SOS-Beratungsstellen anders gelagert. Sie bieten Beratung und Therapie für Familien und junge Leute; begleitete Jugendwohngemeinschaften und Freizeitprogramme bieten einen neuen Anfang und Unterstützung für jene Jugendlichen, die auf ihrem Weg in die Selbständigkeit mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Ferner tragen die SOS-Beratungsstellen, wo auch immer sie ihren Standort haben, dazu bei, die SOS-Kinderdörfer umfassend in die örtlichen Gemeinschaften zu integrieren und sie zu offenen Häusern für gegenseitige Unterstützung zu machen.
Nachbetreuung
Die sog. SOS-Nachbetreuungsstellen setzen sich mit Problemen von entwachsenen SOS-Kinderdorf-Kindern auseinander. In dieser letzten Betreuungsphase wird der weitere Weg des jungen Erwachsenen aus einer größeren Distanz begleitet. Die Nachbetreuung sichert den letzten Schritt des jungen Menschen in die Selbständigkeit ab, um eine "gesunde Loslösung" vom SOS-Kinderdorf zu ermöglichen. SOS-Kinderdorf hat sein Ziel erreicht, wenn der junge Erwachsene selbständig und eigenverantwortlich sein Leben in die Hand nimmt.