Familien in den Flüchtlingslagern und in den Dörfern vor dem Verhungern zu bewahren, sie mit Lebensmitteln zu versorgen und vor allem auch die medizinische Betreuung sicherzustellen, das sind die Schwerpunkte der SOS-Hilfe in Somalia, Äthiopien und in Kenia. Die ärztliche Versorgung in den Flüchtlingslagern wird fast täglich ausgeweitet. Spezialnahrung bewahrt viele Kleinkinder vor dem sicheren Hungertod. Schwangere und junge Mütter werden betreut, Medikamente gegen Durchfall, Masern und Malaria ausgegeben. Auch die Menge an Lebensmitteln und Hygieneartikeln wird ständig erhöht und an die speziellen Bedürfnisse der Menschen in den einzelnen Regionen angepasst.
Kenia
In Marsabit werden seit Juli täglich
3.000 Schüler in den Schulen verköstigt. SOS-Tanklastwagen fahren in Schulen und Dörfer und versorgen die Menschen mit
50.000 Liter Trinkwasser pro Woche.
2.000 betroffenen Familien sichert ein neues System von Lebensmittelkarten das Überleben und fördert gleichzeitig die Wirtschaft, weil die Menschen mit der Karte in ihren gewohnten Geschäften einkaufen können. Auch in Marsabit werden die Menschen ärztlich betreut und Medikamente ausgegeben.
Äthiopien
In Gode werden Lebensmittel verteilt und Chemikalien zur Wasseraufbereitung ausgegeben. Eine kleine SOS-Klinik ist dort schon seit Jahren Anlaufstelle für kranke Kinder und Frauen. Die Kapazitäten in der Klinik wurden erhöht. Im September konnte in einem kurzzeitigen Flüchtlingslager
2.000 Familien mit Nahrungsmitteln versorgt und ihnen Lebensmittelrationen für einen weiteren Monat mit auf den Weg gegeben werden.
Somalia
In Mogadischu ist seit 10. Oktober die SOS-Mutter-Kind-Klinik aus Sicherheitsgründen geschlossen, geschätzte 4.000 Kinder konnten seither nicht mehr behandelt werden. Die Lage ist dermaßen katastrophal, dass viele Eltern den gefährlichen und 10 Kilometer langen Weg ins Flüchtlingslager Badbado auf sich nehmen, wo SOS-Kinderdorf eine SOS-Feldklinik betreibt. Jetzt wurde als Notlösung in der Nähe der geschlossenen SOS-Klinik in Mogadischu eine provisorische Gesundheitsstation geöffnet, die bereits von hunderten dankbaren Eltern gestürmt wurde. Besonders besorgniserregend ist dort der Anstieg von Masern und Durchfallerkrankungen. In der SOS-Feldklinik im Flüchtlingslager Badbado werden derzeit täglich 250 Patienten versorgt, darunter viele Kleinkinder. Insgesamt sichert die SOS-Hilfe in den Lagern Mogadischus (Badbado und Baidoa) 8.000 Familien das Überleben mit ärztlicher Versorgung und mit Reis, Mehl, Zucker und Öl.
Auch die SOS-Kinderdörfer sind betroffen
Die steigenden Lebensmittelpreise treffen auch SOS-Kinderdorf selbst. In Somalia, Kenia, Äthiopien und Uganda ist für alle Projekte schon jetzt ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf von 20 Prozent notwendig. Wie SOS-Kinderdorf dieser Entwicklung mittel- und langfristig begegnen kann, ist noch nicht absehbar.
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