Die Kinder sind nun im SOS-Kinderdorf Santo in Sicherheit. Foto: Georg WilleitDie Kinder im Alter von drei Monaten bis zu zwölf Jahren waren nach Aussagen der SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter verstört, hungrig und durstig. Sie wurden rasch mit Nahrung versorgt und registriert, die Jüngsten erhielten von Rotkreuz-Mitarbeitern Infusionen mit Flüssignahrung. SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter versuchen nun den verängstigten, teils schwer traumatisierten Kindern wieder ein Gefühl von Schutz, Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.
Die Suche nach den Eltern hat begonnen
"Aber ich bin keine Waise", sagte ein achtjähriges Mädchen. Es dachte, seine Mutter hätte einen Kurzurlaub für sie arrangiert. Inzwischen ist klar ist, dass einige der Kinder offensichtlich Eltern haben und auch wissen, wie diese zu erreichen sind. Die Suche hat bereits begonnen. Einzelne Angehörige der Kinder haben schon Kontakt mit dem SOS-Kinderdorf aufgenommen, ihre Angaben werden nun überprüft. Zur besseren Sicherheit tragen alle SOS-Mitarbeiter gut sichtbare Identifizierungskarten, auch alle Kinder haben Identifizierungsbänder am Handgelenk. Strenge Kontrollen beim Eingang zum SOS-Kinderdorf sind nun unumgänglich.
Zusammenarbeit unerlässlich
Derzeit ist die Situation der meisten unbegleiteten Kinder noch nicht verlässlich zu beurteilen. Daher warnt SOS-Kinderdorf alle Kinderhilfsorganisationen und Stellen, die vor Ort mit Kinderbelangen betraut sind, vor verfrühten Entscheidungen für langfristige Fremdunterbringungen oder Adoptionen. Vielmehr gilt es koordiniert zusammenzuarbeiten, um unbegleitete Kinder so schnell wie möglich zu identifizieren, zu registrieren, nach Angehörigen zu suchen und die Kinder so bald als möglich mit ihnen zusammenzuführen.
Entscheidung nach 6 oder zwölf Monaten
Nur in Fällen, in denen alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden (erst nach sechs bis zwölf Monaten), wird SOS-Kinderdorf gemeinsam mit lokalen Behörden, Kinderschutzeinrichtungen und den betroffenen Kindern selbst nach dauerhaften Unterbringungsmöglichkeiten suchen. Das kann ein SOS-Kinderdorf sein, aber dem Wohl des jeweiligen Kindes entsprechend auch eine andere Einrichtung oder Form der alternativen Betreuung.