Wien (14.02.2012). - Seit Dezember 2007 verspricht die Politik das über 20 Jahre alte Jugendwohlfahrtsgesetz (1989) zu erneuern. Der tragische Tod von Luca war Anlass ein gänzlich neues Gesetz zu erarbeiten. Erstmals waren dazu auch Experten aus der Praxis eingeladen. Der folgende erste ministerielle Entwurf im Herbst 2008 wurde von Fachleuten als "erste Schritte in eine richtige Richtung" bezeichnet. Seither wird verhandelt und das Gesetz im Ping-Pong-Verfahren zwischen Familienministerium und Bundesländern hin- und hergeschoben und dabei immer mehr verwässert: "Um Kosten zu sparen, wurden viele Expertenvorschläge, Qualitätsstandards und Fortschritte wieder gestrichen, trotz vieler Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern kam es bis jetzt zu keiner Einigung", kritisiert Roswitha Laminger-Purgstaller von SOS-Kinderdorf dieses Hick-Hack-Spiel auf dem Rücken der Kinder. "Tragischerweise sind seither wieder Kinder zu Schaden gekommen, aber nichts hat sich getan! So darf Kinderschutz in Österreich nicht aussehen!", protestiert Laminger in Richtung Politik.
Zurück an den Verhandlungstisch
Laminger: "Wir fordern von der Politik ein Zurückkehren zum Verhandlungstisch auf Basis des Erstentwurfs und wir fordern, dass die notwendigen Verbesserungen im Blick behalten werden. Auf Kosten junger Menschen in Not zu sparen ist nicht nur würdelos für die Betroffenen, es verursacht auf lange Sicht enorme Mehrkosten (Sozialhilfe, Arbeitslose, Gefängnis etc.)".
Vier Grundpfeiler für das neu zu schreibende Jugendwohlfahrtsgesetz
- Stärkung der Prävention - Handeln, bevor etwas passiert!
- Einheitliche Standards und Professionalisierung der Fachkräfte
- Hilfen für junge Erwachsene
- Ende der geografischen Ungleichbehandlung